Der Intendant, mit Natalja Starosta, künftiges Mitglied der Dramaturgie auf dem Podium, sowie Philipp Hauß, künftiges Mitglied der Künstlerischen Leitung und des Schauspielensembles sowie Sebastian Huber, künftiger Chefdramaturg, wurde ergänzt durch den bewährten Chef des Jungen Schauspiels Stefan Fischer-Fels, und Birgit Lengers, Künstlerische Leiterin des Stadt:Kollektivs. Das Team um Karlaganis machte bei der Vorstellung der neuen Inszenierungen und auch abseits des Podiums einen harmonisch-lockeren Eindruck.
Wer bleibt, wer ist neu
Auf Seiten der Darsteller:innen gibt es wie üblich viele Wechsel. Wer bleibt, wird die Fans des D'hauses besonders interessieren, also: Es bleiben unter anderem Tabea Bettin, Claudia Hübbecker, Rosa Enskat, Cathleen Baumann, André Kaczmarczyk, Christian Friedel, Thomas Wittmann, bei den „Jungen" im Central etwa Jonathan Gyles und Eva Maria Schindele.
Neu dazu kommen aus dem Fernsehen bekannte Schauspielerinnen wie Anna Schudt und Maike Droste, die beide seit langem teils prämierte Theaterschauspielerinnen sind. Viele der neuen Darsteller:innen haben am berühmten Burgtheater Wien gespielt oder spielen noch dort. Dramaturg und Schauspieler Philipp Hauß hat 2017 in Philosophie seinen Doktor gemacht.
Intendant Andreas Karlaganis hat Germanistik, Theaterwissenschaft und Philosophie studiert und am Schauspielhaus in Graz und in München gearbeitet, bevor er zum Burgtheater Wien ging.
Intendant Karlaganis zum Theater
Wir zitieren hier Intendant Karlaganis aus dem Spielzeitheft: „Man kann Wilfried Schulz und seinen Vorgänger:innen nicht genug danken, dass sie sowohl die grandiose Renovierung des Schauspielhauses als auch die Zusammenfügung so vieler essenzieller Funktionen und Räume im Central angestoßen, ausgeführt und bis zum Ende durchgestanden haben. Auch wenn man sagen muss, dass auch auf uns noch ein bisschen Arbeit am Central zukommt; das betrifft den „Backstage"-Bereich der Probebühnen und Werkstätten, die noch nicht ganz fertiggestellt sind.
Dieses Theater gehört allen. Den Bewohner:innen dieser Stadt, den Nachbar:innen aus den umliegenden Städten und den Besucher:innen von überallher. Das leistet sich die Gesellschaft, weil sie weiß, dass kulturelle Zentren, Orte des gemeinsamen Erlebens von Kunst, der Debatte und des bewussten Zusammenseins dringend benötigt werden. Das ist nicht zu ersetzen.
Auf diese Bedürfnisse müssen wir eingehen, und zwar durch beides: durch das permanente Bemühen um erstklassiges Theater für diese Stadt und durch konsequente Öffnung und die stehende Einladung an alle. Für Zweiteres stehen natürlich in besonderer Weise das Junge Schauspiel und das Stadt:Kollektiv, die die alltäglichen Erfahrungen der Bewohner:innen dieser Stadt durch besondere Formen der Beteiligung oft ganz direkt in den künstlerischen Prozess einfließen lassen. …"
Die neuen Stücke
Am 26. Juni beginnt der Vorverkauf für die ersten Premieren und Vorstellungen der Saison. Der Vorverkauf für das Kinder- und Familienstück „Der Hobbit" von Greg Banks nach dem Roman von J. R. R. Tolkien (Regie: Christina Rast), eine gemeinsame Produktion von Schauspiel und Jungem Schauspiel, hat bereits begonnen.
Am 18. September starten die Neuinszenierungen im Großen Haus mit „Prinz Friedrich von Homburg" von Kleist in der Regie von Ulrich Rasche: „Mit Kleists Schauspiel über die menschlichen Kosten innerer Aufrüstung und die Totalität des Krieges eröffnet er die neue Intendanz." So beschreibt es das Programmheft.
Am 19. September startet das Kleine Haus mit „Fanny und Alexander" in der Regie von Thorleifur Örn Arnarsson. Im Großen Haus geht es am 24. September weiter mit „Bernarda Albas Haus" von Federico García Lorca in der Regie von Lucia Bihler.
Sehr interessant geht es im Central zu mit der Uraufführung von „Samurai X" von Takao Baba und Ensemble frei nach dem Film „Die sieben Samurai" von Akira Kurosawa, Regie Takao Baba, frei ab 12 Jahren.
Regisseurin Barbara Frey zeigt im Großen Haus am 16. Oktober Anton Tschechows „Die Möwe" als moderne Frage nach der Vision für die Zukunft.
Jelinek, Grass und Hannah Arendt prägen die Spielzeit 2026/27
Elfriede Jelinek hat wieder ein Stück für Düsseldorf geschrieben und das wird am 22. Oktober uraufgeführt: „Ein Übertritt", dazu der Text im Programmheft:
„Ein Übertritt, von Elfriede Jelinek zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs verfasst, stellt keine geringere Frage als die nach dem menschlichen Wesen – was also uns Menschen im Allgemeinen und im Besonderen ausmacht. Und wo, eingedenk des Datums, nach dem menschlichen Wesen gefragt wird, ist die Frage nach menschlichen Unwesen nicht weit, die Frage nach tierischen und vertierten Wesen, die Frage nach dem deutschen Wesen. Mit Assoziationsreichtum dem sprachlichen Unbewussten auf der Spur untersucht Ein Übertritt Verwandlungen und Verwechslungen, Übertritte von einer Wesensform in die andere. Tiere werden zu Menschen und Menschen zu Bestien, Geister und Wiedergänger erwachen zu neuer Handlungsfähigkeit und die historische Markierung und Möglichkeit eines Übertritts von Diktatur zu Demokratie, von Demokratie zu Diktatur, von Krieg zu Frieden und von Frieden zu Krieg wird sprachkritisch-witzig und finster-orakelnd auf die Probe gestellt."
Viel beachtet wird sicherlich Günter Grass' „Die Blechtrommel", Regie Karin Henkel, trotz Danzig ein Stück ja auch mit Düsseldorf-Bezug, Grass hat ja an der Ulmenstraße gewohnt und im „Bobbys" in der Altstadt Jazz gespielt. Premiere zum 100. Geburtsjahr von Grass ist am 23. Januar 2027.
„Der Revisor, Düsseldorfer Fassung" von Felicia Zeller frei nach Gogol, heißt es am 9. April 2027, Regie Marie Bues. „Als Regisseurin und Künstlerische Co-Leiterin des Schauspielhaus Wien engagiert sich Marie Bues für neue Dramatik. In enger Zusammenarbeit mit Felicia Zeller inszeniert sie die Uraufführung eines wortwitzigen und bitterbösen Revisor für das heutige Düsseldorf. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen und aktuellen Vorkommnissen sind rein zufällig." So das Programmheft.
Am 5. März 2027 hat „Niemandes Schwester" Uraufführung, Untertitel „So What, Hannah Arendt!" von Heinz Bude, Natan Sznaider und Karin Wieland, Regie führt Simone Geyer. Im Stück geht's um Hannah Arendt, die 1933 vor den Nazis fliehen musste, sie soll als erste Frau und Jüdin in Hamburg den Lessing-Preis erhalten. Es geht also um die Aufarbeitung des Holocaust.
HEINE-Festival
Das Düsseldorfer Schauspielhaus richtet ab der Spielzeit 2026/27 vom 16. April bis 2. Mai 2027 ein internationales Themenfestival aus, das Heinrich Heines Haltung als Künstler und Mensch in die Gegenwart weiterträgt. 16 Tage lang wird der künstlerische Ausnahmezustand zelebriert und die Begegnung als kreative und politische Strategie gelebt, um Situationen der Offenheit, der Konfrontation und der Neugierde zu schaffen.
Auch das Junge Schauspiel kommt mit neuen Stücken auf die Bühnen im Central. So mit dem erwähnten „Samurai X" am 25. September oder mit „Der Hobbit" am 21. November.
Beim Stadt:Kollektiv heißt es am 25. November mit sieben Künstlerinnen an sieben Orten „Die sieben Todsünden", mit „Paradies Lost" (Neid) im Central. Die bekannte Regisseurin Joanna Praml inszeniert mit Laiendarsteller:innen „Die Leiden des jungen Werther", auf der Bühne ab 3. April 2027.
Den gesamten Spielplan gibt es im Spielzeitheft 26/27 nachzulesen unter: www.dhaus.de/programm/spielzeit-2026-27/
Open Air mit „Die Unendliche Geschichte“
Am 22. Mai beginnt die Open-Air-Aufführung von Michael Endes „Die unendliche Geschichte" zunächst im Haus, um dann wie gewohnt auf dem Platz vor dem Haus weiter zu laufen. Es ist auch ein Wiedersehen mit Carolin Cousin. Aufbau und Proben laufen bereits auf dem Platz. Der Vorverkauf läuft bereits.
Wie es weitergeht mit den Aufführungen unter freiem Himmel, steht noch nicht fest. Die Stadtwerke haben bisher die aufwendigen Inszenierungen als Sponsor mitfinanziert, das lief vertragsgemäß aus, jetzt tritt dankenswerterweise noch das Land NRW als Sponsor ein. Wie in der jetzigen Zeit neue Sponsoren gefunden werden können, sei eben schwierig und zeichne sich noch nicht ab, heißt es aus dem Schauspielhaus.
Weitere Termine und Kartenbestellung unter www.dhaus.de



