Hickhack um die Bergische Kaserne

Kaserne als Erstaufnahmestation zu teuer ?

Von Jo Achim Geschke |

Einfahrtsbereich und ein Block der bergischen Kaserne / Foto NDOZ Jo Geschke

Ein Gutachten des Landesbaubetriebs BLB, das der Stadtverwaltung seit Dienstagabend vorliegt, hat für Überraschung gesorgt: Der Umbau der leerstehenden Bergischen Kaserne zur Erstaufnahme des Landes für Flüchtlinge soll rasante 30 Millionen Euro kosten. Aus dem Rathaus heißt es, dass man darob doch erstaunt gewesen sei. Denn wenn die Erstaufnahme nicht realisiert wird, könnten die Folgen könnten für die Stadt durchaus nachteilig sein: Die Stadt müsste rund 600 Flüchtlinge mehr als mit Erstaufnahme unterbringen.

 

Die Bergische Kaserne am Stadtrand war von Land und Stadt als Erstaufnahme im Gesräpch. Rund 600 Flüchtlinge sollte dort zunächst untergebracht, medizinisch untersucht und dann nach wenigen Tagen auf die regulären Unterkünfte verteilt werden. Anwohner des noblen Viertels hatten sich damals gegen die Erstaufnahme gewehrt Kaserne (NDOZ.de berichtete).

 Klar war allerdings, dass dort nur bis 2020 eine Erstaufnahme vom Land eingerichtet würde. Denn danach hat die Stadt dieses Areal als Gelände für den Wohnungsbau vorgesehen. Die Bundesswehr nutzt nur noch einen kleinen Teil des Kasernengeländes und wird auch diesen aufgeben. In den ersten fünf Baublöcken zur Straße hin sollten Räume für die zeitweise Unterbringung der Ankömmlinge eingerichtet werden. Schon  bei der ersten Vorstellung der leeren Bundeswehr- meinte die Bundeswehr, ein Zaun zur Abgrenzung zum restlichen Kasernengelände würde rund 1,5 Millionen Euro kosten – was viele für übertrieben hielten.

Dass der Umbau nun laut BLB-Gutachten 30 Millionen Euro kosten soll, lässt das Projekt als kaum realisierbar erscheinen. Denn die Kosten lägen für nur viereinhalb Jahre Nutzung doch etwas hoch. Dann jedoch müsste die Stadt nochmals drei Wohnanlagen für je 200 Flüchtlinge mehr planen – mit entsprechenden Kosten. Das war auch der Grund, warum OB Geisel für eine solche Erstaufnahme plädierte.

Stadtspitze und Land werden nun miteinander über eine Erstaufnahme reden, am Mittwoch war allerdings noch kein Termin für ein Treffen festgelegt.

Übrgens gibt es an der Roßstraße noch ein leerstehendes Gebäude, dass zum Land gehört und sich als Erstaufnahmestation eignete:  Das dortige ehemalige Finanzamt.

Thomas Jarzombek, Düsseldorfer CDU-MdB, wettert bereits gegen OB Geisel wegen der Bergischen Kaserne: „Der Oberbürgermeister handelt absolut fahrlässig, denn gegen jeden guten Rat hat er es bewusst unterlassen, andere Standorte zu prüfen. Die Bergische Kaserne darf nicht zum Kostengrab der Steuerzahler werden. Außerdem sind nun Monate bei einem drängenden Problem verloren gegangen. Politik muss die beste Sachlösung finden und darf nicht willkürlich agieren. Genau das ist hier aber der Fall...“

Allerdings muss im Moment die Landesregierung agieren – OB Geisel und die Verwaltung können darauf nur reagieren und verhandeln.