Impfung im Seniorenheim Haus Lörick, Ursula Spehr (82) war die Erste.

Impfaktion gegen COVID-19 in der Landeshauptstadt Düsseldorf ist gestartet

Von Jo Achim Geschke

Erste Schutzimpfung gegen Corona in Düsseldorf Lörick

Erste Schutzimpfung gegen Corona: Dr. Frank Weinstock impft Ursula Spehr aus dem Haus Lörick,/ Foto (c)Landeshauptstadt Düsseldorf, Feuerwehr

Die Impfaktion in Düsseldorf gegen COVID-19 ist am Sonntag, 27. Dezember, mit den mobilen Impfungen im Düsseldorfer Senior*innenheim Haus Lörick gestartet. Dort erhielt Bewohnerin Ursula Spehr (82) als erste Düsseldorferin eine Impfung. Bewohner*innen der Alteneinrichtungen sind gemäß Bund die ersten, die geimpft werden. Danach sollen wie berichtet Menschen mit 70 + und medizinisches Personal etc folgen. Lehrer*innen, die auch gefährdet sind, sind leider erst in einer späteren Impfrunde dran. OB Dr. Stephan Keller und Dr. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo), informierten zeitgleich am Impfzentrum Düsseldorf über die ersten mobilen Impfungen.

Gemäß der Impfverordnung des Bundes finden die ersten Impfungen nicht im Impfzentrum, sondern in Senior*innen- und Pflegeeinrichtungen statt. Für jeden Kreis und jede kreisfreie Stadt benennen die Kassenärztlichen Vereinigungen dem Land die zunächst zu beliefernden Pflegeeinrichtungen. In Düsseldorf erfolgt die Priorisierung über die Größe der Einrichtungen. Diese werden dann vom Land mit den Impfdosen und Impfmaterial (Kanülen und Spritzen) beliefert. Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein organisiert die Besuche in Abstimmung mit den Einrichtungen und entsendet die mobilen Teams aus Ärztinnen und Ärzten sowie medizinischem Hilfspersonal, die vor Ort impfen. Nach der Rekonstitution ("Anmischen") muss der Impfstoff innerhalb von sechs Stunden verabreicht werden.

4222 Impfdosen plus Dosen zur 2. Impfung bis Silvester
Für die Stadt Düsseldorf hat das NRW-Gesundheitsministerium für die nächsten Tage folgende Impfdosen vorgesehen: Am 27. Dezember: 180, ab dem 29. Dezember: 2.111 und ab dem 31. Dezember: 2.111 - mit der entsprechenden Anzahl Impfdosen für die zweite Impfung jeweils drei Wochen später. Im Januar werden dann zunächst wöchentlich 141.375 Impfdosen an das Land Nordrhein-Westfalen ausgeliefert. Mit der Zulassung eines weiteren Impfstoffes wird sich die Zahl signifikant erhöhen.

Dann soll auch das Impfen im Impfzentrum Düsseldorf starten, das von der Landeshauptstadt Düsseldorf bereitgestellt wird. Zudem hält die Stadt derzeit acht Impfmobile bereit, die bei Bedarf zum Einsatz kommen können. Denn im nächsten Schritt der freiwilligen Impfungen sollen Pflegepersonal auf Intensiv- und Corona-Stationen, sowie alle Menschen ab 80 Jahren berücksichtigt werden, die in ihren eigenen vier Wänden wohnen und im Impfzentrum oder zu Hause geimpft werden sollen. Die Terminvergabe durch die KV Nordrhein, die unter der Hotline 116 117 erfolgen wird, ist jedoch noch nicht gestartet. Das Land Nordrhein-Westfalen hat gestern angekündigt, dazu alle Impfberechtigten ab 80 Jahren gesondert anzuschreiben.

Dr. Carsten König, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein: "Wir sehen leider seit Wochen eine Besorgnis erregende Entwicklung der Pandemie, die allen Beteiligten im Gesundheitswesen viel abverlangt. Wir müssen diesen Trend stoppen. Deshalb ist es ungemein wichtig, jetzt mit dem Impfen zügig zu beginnen - dazu brauchen wir ausreichende Mengen an Impfstoff. Noch in diesem Jahr starten zu können, ist ein wesentlicher Baustein zum Schutz der vulnerablen, besonders gefährdeten Gruppen. Wir sind vorbereitet für den Start, werden unsere Aufgaben dabei erfüllen und schaffen damit eine Grundlage für eine nachhaltig positive Entwicklung im kommenden Jahr."

Oberbürgermeister Dr. Stephan Keller: "Heute ist ein guter Tag für Düsseldorf! Bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie setzen wir große Hoffnung in die freiwilligen Impfungen. Die Hoffnung beruht darauf, dass die Zahl von Neuinfektionen und die Zahl schwerer Verläufe der Erkrankung damit reduziert werden können. Dabei habe ich vollstes Vertrauen in die Arbeit der Kassenärztlichen Vereinigung, die die Impfung der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort übernommen hat. Der nächste Meilenstein wird dann der Start hier im Impfzentrum und mit den Impfmobilen sein, sobald genügend Impfstoff für die weiteren Personengruppen bereit steht." Laut Norbert Molitor, Geschäftsführer Wohnstift Haus Lörick, ist die Impfbereitschaft unter den Senior_innen sehr hoch.