Impfstart für Lehrer*innen und Erzieher*innen

Jetzt wird aber durchgeimpft – bei Lehrer*innen und Erzieher*innen, 10.000 Einladungen sind verschickt

Von Jo Achim Geschke

Erzieherin Merian Redsi (29) wird von Dr. Uwe Hentschel geimpft/ Foto © Landeshauptstadt Düsseldorf/ David Young

Erzieherin Merian Redsi (29) wird von Dr. Uwe Hentschel geimpft/ Foto © Landeshauptstadt Düsseldorf/ David Young

Mit Verspätung begann gestern eine Ankündigung der Stadtverwaltung zum Impfstart für die Gruppe von Lehrer*innen der Grundschulen, Erzieher*innen in Kitas und Polizist*innen. „Wir können ab heute erstmals mehr als 2600 Impfberechtigte pro Tag impfen“, sagte OB Dr. Stephan Keller CDU aus dem Impfzentrum heraus zur Presse. Die Lehrer*innen und Erzieher*innen die jetzt in der Arena geimpft wurden, sind allerdings nicht die ersten in NRW: Denn in Krefeld beispielsweise wurden schon am Donnerstag erste Lehrer*innen geimpft, zu sehen in der Aktuellen Stunde des WDR.

Allerdings seien heute (Montag) um 8 Uhr 10.000 Einladungen versandt worden, außerdem wurden 3400 Termine bereits vereinbart, sagte OB Dr. Keller. Geimpft werden jetzt 7500 Lehrer*innen und Personal an Grundschulen, 9000 Erzieherinnen und 3000 bis 4000 Polizist*innen, zählte OB Dr. Keller auf. Macht etwa 20.500 Impfberechtigte. Die passenden Impfdosen sind vorhanden, versicherte Dr. Keller, für diese Gruppe sei das Impfmittel von Astra-Zenica vorgesehen. Rund 13.000 Impfungen seien in der Woche möglich.

Es werden nicht nur Lehrer*innen geimpft, betonte Schul- und Jugenddezernent Burkhard Hintzsche, der zugleich Leiter des Krisenstabs ist. Für die Schulen werden auch die Sozialarbeiter*innen geimpft sowie das Personal für die Küche oder die Hausmeister*innen.

Zudem seien auch 2500 Angebote rausgegangen für Termine am Samstag und am Sonntag, was den ja zumeist Wochentags Beschäftigten in Schule und Kita entgegenkommt.

Während Bild und Ton aus dem Impfzentrum doch arg hakten, erreichten NDOZ.de allerdings bereits mehrere lobende Berichte von Töchtern, die ihre Mütter und Väter zum Impftermin begleitet hatten. Ein 85-Jähriger, der allein zur Arena fahren konnte, berichtete ebenso, es sei alles sehr fix und angenehm abgelaufen.

Die Verspätung wegen technischer Probleme zeigt das allgemeine Dilemma in Deutschland: Die Digitalisierung wurde seit Jahren in der Bundespolitik verpennt. Dass es insgesamt so langsam geht, liegt nicht an der Stadt. Digitale Organisationen und Abwicklungen könnten das Prozedere erheblich beschleunigen. In Schleswig-Holstein etwa hat man bei den Terminen auf die Ticket-Firmen gesetzt, die ihre Apps umprogrammierten. Die sind nun mal Profis in Terminabwicklung, da muss man nichts neues erfinden.

Laut städtischer Internetseite sind in Düsseldorf insgesamt 60.137 Menschengeimpft worden, darunter 19.506 Zweitimpfungen.

Insgesamt sind bisher 17.473 Menschen infiziert. 287 sind an oder mit Corona gestorben.

Rund die Hälfte der Infektionen beruhen auf der gefährlichen Mutation B117, die erheblich ansteckender ist, das wird von der Heine-Uni Klinik verifiziert.

Informationen zur Impfung

Ab dem 8. März 2021 sind nach dem Erlass zur Impfung der Bevölkerung gegen Covid-19 in seiner aktuellen Fassung gesonderte Impfangebote für in Kindertagesstätten, heilpädagogischen Kindertagesstätten, Grundschulen, Förderschulen, der Kindertagespflege und in Einrichtungen der Jugendhilfe gem. § 34 SGB VIII tätigen Personen möglich. Anspruchsberechtigt sind neben Lehrkräften und Erziehern, Kindertagespflegepersonen auch weitere Beschäftigte, die regelmäßig in den genannten Einrichtungen tätig sind beispielsweise Integrationshelfer, Sozialarbeiter, Personal des offenen Ganztagangebots an Grundschulen sowie Frühförderpersonal. Die Art des Beschäftigungsverhältnisses ist für den Impfanspruch unerheblich.

Terminvereinbarung

Die Terminvereinbarung für die Impfberechtigten der berücksichtigten Berufsgruppen wird über die städtische Impf-Hotline abgewickelt. Die Telefonnummer wird den Impfberechtigten in einem Einladungsschreiben mitgeteilt. Die Resonanz ist enorm, die Stadt hat kurzfristig reagiert und die Erreichbarkeit am Samstag um fünf Stunden bis 21 Uhr ausgeweitet und Sonntag von 8 bis 21 Uhr zusätzlich angeboten. Die Impf-Hotline registrierte von Freitag, 5. März, bis Sonntag, 7. März, insgesamt 42.580 eingegangene Anrufe. Rund 3.400 Impftermine für die Berufsgruppen des Lehr- und Kitapersonals konnten auf diesem Weg bereits vereinbart werden.

Impfzentrum weitet Kapazitäten aus

Zum Wochenstart erweitert das Impfzentrum Düsseldorf die Impfkapazitäten und bietet ab Montag, 8. März, rund 2.660 Impfungen pro Öffnungstag an. Davon 1.440 Impftermine für die Erstimpfung der berücksichtigten Berufsgruppen, parallel dazu 720 Erstimpfungen für die Gruppe der Über-80-Jährigen. Darüber hinaus werden auch knapp 500 Termine pro Öffnungstag für Zweitimpfungen bereit gehalten.

Das Impfzentrum Düsseldorf hat montags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags jeweils durchgehend von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Die Zahl der Mitarbeitenden wird den erweiterten Impfkapazitäten angepasst, sodass für einen reibungslosen Ablauf rund 120 Beschäftigte in der Merkur-Spiel Arena tätig sind. Zusätzlich stehen 20 Ärzte sowie 10 medizinische Fachangestellte für die Impfungen bereit.

Das Impfzentrum Düsseldorf ist für einen Betrieb an sieben Tagen in der Woche konzipiert und darauf vorbereitet. Dadurch kann das Impfzentrum Düsseldorf flexibel auf mehr verfügbaren Impfstoff reagieren.

Das Impfzentrum Düsseldorf lässt keinen Impfstoff verfallen. Aktuell können maximal 2.660 Impfdosen pro Öffnungstag bestellt werden - das entspricht der Menge der angebotenen Impftermine. Die Impftermine werden in der Regel eingehalten. Die Bestellung und Rekonstitution des Impfstoffes erfolgt bedarfsgerecht. Einzelne übrig bleibende Impfdosen (im Schnitt drei bis vier täglich) werden Impfberechtigten anhand einer Überhangliste geimpft.

Gebärdensprachdolmetscher-Service

Für Gehörlose bietet das Impfzentrum Düsseldorf seit 1. März in Kooperation mit der DEAF.Digital GmbH einen Online-Service mit Gebärdensprachdolmetscher über ein Tablet an. So kann ärztliche Beratung durch Gehörlose in Anspruch genommen werden, denen das Lippenablesen durch das Tragen von Gesichtsmasken nicht möglich ist. Dieser Service kann von den Impflingen kostenlos durch einfachen Hinweis beim Check-In in Anspruch genommen werden.

Für Fragen zum Thema "Coronavirus" hat die Landeshauptstadt ein Informationsportal eingerichtet.