Dügida will bis Jahresende marschieren

OB Geisel zeigt Verständnis für klagende Anwohner

Von Jo Achim Geschke |

Rechte Gruppe nachts auf der Graf-Adolf-Straße /Foto NDOZ Jo Geschke

OB Thomas Geisel hat auf den von NDOZ heute Morgen veröffentlichten Brief reagiert , wonach Geschäftsleute an der Graf-Adolf-Straße sich durch die Aufmärsche der rechten Dügida bedroht fühlen, weil dort vor allem Nazi-Parolen gebrüllt wurden. Die Geschäfte waren wegen des Aufmarsches nicht erreichbar und mussten stundenlang geschlossen werden. Rechtsanwältin Gülşen Çelebi hatte wie berichtet im Auftrag der Ladeninhaber, die zum größten Teil eine Migrationsgeschichte haben, gefordert, dass die Rechten Gruppierungen nicht mehr die Graf-Adolf-Straße blockieren und auf die Oberbilker Seite des Hauptbahnhofs verwiesen werden. Die Rechtsanwältin hatte gestern an den Polizeipräsidenten und OB Thomas Geisel geschrieben.

Die Polizei hatte bereits in der vergangenen Woche versucht, den Weg der Demonstration bis zum Stresemannplatz zu verkürzen, weil durch den rechten Aufmarsch etliche Straßenbahnen und die Geschäfte in dem Viertel über mehrere Stunden blockiert waren. Anmelderin Dittmer, die zur rechten Szene gezählt wird, hatte gegen diese Auflagen geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen. Inzwischen hat Dittmer einen Aufmarsch vom Hauptbahnhof bis zum Graf-Adolf-Platz angemeldet - an jedem Montag für die nächsten Monate.

OB Geisel äußerte sich auf Anfrage von NDOZ heute Mittag recht eindeutig:  "Ich unterstütze die Bestrebungen der Polizei, dass die Demonstrationen ohne unnötige Belästigungen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt abgewickelt werden. Versammlungsfreiheit ist ohne jeden Zweifel ein hohes Gut, aber ich denke, dass es erlaubt sein sollte, darüber nachzudenken wie man Demonstrationen so regelt, dass sich niemand beleidigt  oder sogar bedroht fühlt."

 

Inzwischen kündigte Volker Neupert vom Düsseldorfer Appell an, dass es vorerst keine weiteren Kundgebungen vor dem DGB-Haus gegen die rechte Gruppierung geben werde.

Neupert: „Der Beraterkreis des Düsseldorfer Appell hat sich darauf verständigt, vorerst nicht zu weiteren Gegendemonstrationen gegen das Auftreten von „Dügida“ aufzurufen.

Einigkeit herrschte darüber, dass in Düsseldorf die Stadtgesellschaft in ihrer Vielfalt zusammensteht. Hinzuweisen ist dabei auf das integrierende Tun von Wohlfahrtsverbänden, Vereinen, Institutionen und vor allem auf das große ehrenamtliche Engagement für die Flüchtlinge in der Landeshauptstadt.“ Und weiter : „Düsseldorf ist eine Stadt, in der interkulturelles Leben gelingt. Das schon allein zeigt das Irreale an der Parole von der Islamisierung des Abendlandes, die „Dügida“ verbreitet. … Drei Kundgebungen des Düsseldorfer Appells am 8. Dezember sowie am 12. und 19. Januar haben deutlich gezeigt, dass die Hassparolen rechtspopulistischer Gruppen in Düsseldorf keinen Nährboden finden.

Der Düsseldorfer Appell unterstützt ein großes Bürgerfest für Humanität, Vielfalt und Respekt, das unter Mitwirkung vieler Verbände, Vereinen und Gruppierungen im Frühjahr auf dem Rathausvorplatz stattfinden soll.“

Dazu der Artikel von heute Morgen zu den Beschwerden der Geschäftsleute an der Graf-Adolf-Straße:

Geschäftsleute an der Graf-Adolf-Straße gegen Nazi-Parolen