Runder Tisch mit 300 Baumfreunden

Von Jo Achim Geschke

Es wird eine lange Geschichte – nicht nur der Text, sondern die Aufforstung der Parks, Wälder, Alleen, Friedhöfen und 32 Parkdenkmäler nach dem verheerenden Orkan „Ela“. OB Thomas Geisel hatte zum „Runden Tisch“ ins Rathaus geladen, und rund 300 Düsseldorfer, darunter Initiativen, Vertreter aus Wirtschaft und Politik, füllten den Plenarsaal am Dienstagnachmittag. Sie lauschten den Informationen über die Baumschäden, moderiert von Manfred Breuckmann, und konnten sich im Erdgeschoss einige der Initiativen, die für die Wiederaufforstung des Baumbestands Geld zusammen tragen, anschauen. Insgesamt 350.000 Euro an Spenden sind immerhin bisher zusammen gekommen.

„Die Bilder gehen noch immer unter die Haut“, sagte OB Geisel nach einem Film mit Bildern vom Orkan in der Nacht vor 100 Tagen. „Die meisten werden sich auch noch in zehn Jahren daran erinnern.” Und doch gebe es Anlass zur Freude, nämlich „über die sehr beeindruckende Welle der Hilfsbereitschaft der Düsseldorfer.“

Fakten zum Sturm lieferte Gründezernentin Helga Stulgies: Das Sturmtief Ela war mit Orkanstärke – Beaufort 11 bis 12 – über die Stadt hergefallen und hatte durch drehende Winde das Ende von 489 Bäumen im Hofgarten, 11.000 Straßenbäumen, 3100 auf Friedhöfen und rund 20.000 Bäumen in den Wäldern des Stadtgebiets verursacht.

Stürme als Zeichen des Klimawandels

„Die heftigen Stürme werden sich häufen, auch das ist ein Zeichen für den Klimawandel“, mahnte Stulgies. Auch Gartenamtschefin Doris Törkel verwies auf zunehmende Stürme und Perioden der Trockenheit. Denn das ist der Grund, warum die Experten jetzt womöglich andere Bäume als die bisherigen pflanzen werden, die Trockenheit und Sturm besser überstehen können. Jetzt werde, so Törkel, sorgfältig die Auswahl der „Zukunftsbäume“ geplant. Die sind meist, so die Gartenamtsleiterin, bereits 12 Jahre in einer Baumschule hochgezogen worden, damit sie kräftig genug hier in die Erde kommen können. Allerdings brauchen alle neuen Bäume eine „Anwachspflege“. Mit dem Kauf (etwa 600 Euro), der Vorbereitung und dieser „Anwachspflege“ kostet ein einziger Baum rund 2500 bis 4000 Euro. Wer spenden will: „Jeder Euro ist willkommen, es müssen nicht 600 Euro sein für einen Baum“, betonte Törkel. Gedacht ist in Zukunft neben sehr bekannten Sorten unter anderem an Baummagnolie, Ziereiche oder Purpuresche.

Gepflanzt wird, wie es die Natur fordert, im Herbst und etwa ab Frühjahr 2015. 860 Bäume sind allein für März/ April 2015 geplant.

Schon das macht klar, dass es dauern wird. Bis die Parks wie etwa der Hofgarten von Gartenarchitekt Maximilian Weyhe wieder hergerichtet sind, wird es mindestens 2018 werden.

Rund 95 Millionen Euro wird die Aufforstung wohl kosten. Das Land gibt zunächst 5,4 Millionen Euro dazu und will, so OB Geisel, das Spendenaufkommen verdoppeln.

 

Foto Das Team von „Sturmbrettchen“ © Jo Achim Geschke

Das wird größer auch durch die vielen meist privaten Initiativen, von denen sich einige im Rathaus vorstellten. So verkauft der Fotograf Hympendahl zugunsten der Baumspenden edel aufbereitete Fotos vom Orkan, die 230 Imker und der BUND wollen für „Bäume für Bienen“ sorgen, Holger Staudt verkauft seine farbigen „Weyhe“-Kacheln, und die türkischstämmige Umut Özdemir und Ludwig Evers verkaufen selbst entworfene T-Shirts unter dem originellen Titel „Düsseldorf bäumt sich auf” (www.facebook.com/wirbaeumenduesseldorfauf/info). Nicht zu vergessen die „Sturmbrettchen“: Junge Düsseldorfer Philipp Bilke, Philip Behrend sowie Tobias Jochinke und Daniel Goll verarbeiten Holz der zerstörten Bäume zu dicken Frühstücksbrettchen – mit eingebrannten genauen Angaben dazu, wo der Originalbaum des Brettchen mal gestanden hat (www.facebook.com/sturmbrettchen?fref=ts). Ehrenbürger Udo van Meeteren (88), bekannter Mäzen, kündigte eine private Spende von 100.000 Euro an.

Thomas Geisel präsentierte einen Ausblick auf die bevorstehende Plakataktion, mit der die Düsseldorfer fürs Spenden begeistert werden sollen. Für Lacher sorgte dabei das Motiv des Halsbandsittichs, der sich beklagt, dass er durch den Sturm „zwangsgeräumt“ wurde.

Der Oberbürgermeister bedankte sich für die Unterstützung, die der Stadt nach dem Orkan Ela zuteil wurde. “Mein Dank gilt der Feuerwehr, Polizei, dem THW, dem Gartenamt und den vielen Helfern auch von außerhalb, die gezeigt haben, dass wir in der Region zusammenstehen.“

Weitere Informationen zum Projekt “Neue Bäume für Düsseldorf” im Internet unter: www.duesseldorf.de/baumspende/