22.04.2020
Rheinbahn rollt ab 27. 4. mit Normalfahrplan und Maskenpflicht

Rheinbahn rollt ab Montag 27. 4. mit Normalfahrplan, Maskenpflicht NRW-weit, auch in Bus und Bahn

Grafik Rheinbahn mit Maske / Grafik © Jo Achim Geschke

Nun hat es auch Ministerpräsident Armin Laschet CDU begriffen: Auch in NRW gilt nun ab Montag, 27. April, die Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in Geschäften. Woher die ganzen Masken kommen sollen, die eigentlich auch als Daseinsvorsorge begriffen werden könnten … tja, das geht nach dem Motto „Nun näht mal schön“. Kaufen ist ja nicht ganz so einfach. Die Rheinbahn fährt ab Montag auch wieder nach Normalfahrplan, was bei der von NRW-Regierung angeordneten teilweisen Schulöffnung auch vernünftig ist. OB Geisel hat – offenbar vorsorglich und um die Kostenfrage zu regeln – die Rheinbahn aufgefordert, für die Verteilung von Schutzmasken und für ausreichende Desinfektionsmittelspender zu sorgen.

Das sollte laut OB Geisel ab sofort geschehen. Heißt ja wohl: Kauft Masken und  Desinfektionsmittel … Schulen bekommen zurzeit allerdings, wie uns Lehrer und GEW mitteilen, nur wenige Liter Desinfektionsmittel für die Schüler*innen, die ab Montag kommen sollen.  Die von der Landesregierung angestrebte Rückkehr zu einer wie auch immer definierten „Normalität“ ist eben schwierig zu bewerkstelligen, wenn die nötigen Ressourcen fehlen. Desinfektionsmittel und Masken in großen Stil zu kaufen dürfte nicht einfach sein – denn da sind Hundertausende Masken und etliche Hektoliter Desinfektionsmittel in der Mache sowohl für ein Unternehmen wie Rheinbahn wie auch für Schulen mit Zigtausenden Schüler_innen.

Nun denn: es soll eben wieder losgehen in NRW, hat Laschet CDU ja gegen seinen Kanzleramts-Konkurrenten Söder CSU verfügt, nun muss er damit klarkommen, wenn es am Nötigsten fehlt, etwa an den Schulen, wo die Praktiker langsam verzweifeln… und die Stadt und ihre Tochtergesellschaften müssen es nun richten.

Die Rheinbahn hat allerdings bereits vor Tagen gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf entschieden, ab Montag, 27. April, den Normalbetrieb wieder aufzunehmen. Zusätzlich zu den Verstärkerfahrten, die die Rheinbahn seit Montag, 6. April fährt, werden ab Donnerstag, 23. April, im Kreis Mettmann die regulären Schüler-E-Wagen eingesetzt, um die Wiederaufnahme des Schulbetriebs bestmöglich zu unterstützen.

 „Weiterhin hat die Gesundheit unserer Fahrgäste und Mitarbeiter höchste Priorität“, betont Vorstandsvorsitzender und Arbeitsdirektor Klaus Klar. „Ergänzend zu den bisherigen Maßnahmen wie dem Schließen des Fahrereinstiegs, dem Einstellen des Ticketverkaufs beim Fahrer oder den Schutzfolien in Bussen werden wir an hoch frequentierten Haltepunkten den Einstieg durch Service-Mitarbeiter begleiten, so dass in unseren Fahrzeugen genug Platz bleibt, um den Mindestabstand einzuhalten. Abstand zu halten ist entscheidend zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung, das möchten wir auch bei der Nutzung der Rheinbahn sicherstellen – dafür bitten wir auch weiterhin um Umsicht und Unterstützung unserer Fahrgäste: Bitte halten Sie in unseren Fahrzeugen Abstand und tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz oder nutzen Sie provisorisch einen Schal oder ein Halstuch, um Mund und Nase zu bedecken.“

In den Fahrzeugen der Rheinbahn wird über Aushänge sowie über Durchsagen auf die wichtigen Verhaltensregeln zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus hingewiesen.

Bereits vergangenen Montag hatten OB Geisel und Rheinbahn-Mitarbeiter_Innen an Bahnsteigen in der Stadt 100.000 Päckchen mit Masken und Hinweisen verteilt, Die Masken waren von der Firma Real gespendet worden und von Feuerwehrleuten und Freiwilligen zusammen gepackt und vorbereitet worden.

 

OB Thomas Geisel übergibt einer Passantin ein Hygienekit im U-Bahnhof Heinrich-Heine-Allee,/ Foto (c)Landeshauptstadt Düsseldorf/Michael Gstettenbauer

 Lesen Sie dazu auch : Schulen teilweise öffnen geht gar nicht …

https://www.neue-duesseldorfer-online-zeitung.de/politik/schulen-teilweise-oeffnen-geht-gar-nicht-kommentar-und-fakten/

 

Da die CDU die Aufforderung Geisels als Wahlkampf-Mittel benutzt, hier der komplette Wortlaut der Presseerklärung von OB Geisel:

Oberbürgermeister Thomas Geisel fordert den Vorstand der Rheinbahn AG auf, dass das Verkehrsunternehmen den Infektionsschutz in Bussen und Bahnen sowie auf den Bahnsteigen ab sofort und nicht erst mit Inkrafttreten der Maskenpflicht des Landes am 27. April sicherstellt. "Wie Sie wissen, ist beabsichtigt, die Suspendierung der Umweltspuren ebenso wie die Aussetzung der Parkgebühren in der Innenstadt zum 4. Mai 2020 wieder aufzuheben. Auch dies wird die Fahrgastzahlen weiter erhöhen. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass bis dahin ein sicherer und unter Infektionsschutzgesichtspunkten gefahrloser Betrieb der Rheinbahn gewährleistet ist. Das erfordert aber unbedingt, dass in den Fahrzeugen und auf den Bahnsteigen, Maßnahmen zum Infektionsschutz getroffen werden. Hierbei wird die für den 27. April 2020 geplante Rückkehr zum Normalfahrplan hilfreich sein, da durch die damit einhergehende Ausweitung des Angebotes, gerade in den Hauptverkehrszeiten, übervolle Fahrzeuge vermieden werden. Unabhängig davon ist es aber erforderlich, in den Fahrzeugen und auf den Bahnsteigen geeignete Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen", sagt der Oberbürgermeister. Darüberhinaus macht OB Geisel deutlich, dass er erwarte, dass die Rheinbahn Fahrgäste ab sofort mit geeigneten Aushängen und Durchsagen an den Bahnsteigen und in den Fahrzeugen und gegebenenfalls durch persönliche Ansprache auffordert, eine Mund- und Nasenbedeckung zu tragen und darüber hinaus für die Verteilung von Schutzmasken und für ausreichende Desinfektionsmittelspender zu sorgen. "Ich gehe im Übrigen davon aus, dass Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die von Ihnen beauftragten Sicherheitsunternehmen hierbei mit sichtbar gutem Beispiel vorangehen", erklärt OB Geisel.